Hochschule Luzern – Design Film Kunst

KEZO

Wildbachstr. 2
8340 Hinwil
kezo.ch
Autor:in: Livia Meier
Besuch: 25.06.25
Zwischen Hügeln und Hochspannungsleitungen liegt ein Ort, an dem mit Abfall anders umgegangen wird. Die Kehrichtverbrennungsanlage in Hinwil verbrennt Abfall – aber nicht nur. Sie trennt und sortiert auch. Aus Schlacke holt sie Rohstoffe heraus, die andere längst abgeschrieben haben. Geschäftsführer Daniel Böni erklärt uns die Hintergründe und führt uns durch das Werk.
Strategie
  • Kreislaufwirtschaft
  • Effizienz
Technik
  • Hightech
  • Lowtech
Material
  • Urbane Orte als Rohstofflager
Energie
  • Energiequellen
  • Energieverbrauch
  • Energie und Schadstoffe
Soziale Nachhaltigkeit
  • Inklusion
  • Lokales Gewerbe
  • Globale Partnerschaften
Verwertung
  • Müllverbrennung
Pro Tonne Abfall bleiben etwa 230 Kilogramm Schlacke übrig. Das meiste davon ist jedoch nicht wertlos, sondern enthält Aluminium, Eisen, Zink und sogar Spuren von Gold. Die Kezo verarbeitet ein Viertel der in den 29 Schweizer Verbrennungsanlagen insgesamt anfallenden Schlacke und bereitet sie auf. Der Unterschied beginnt bereits beim Prozess der Schlackenaufbereitung, der trocken und nicht nass erfolgt. Die Verarbeitung im trockenen Zustand bedeutet weniger Rohstoffverluste und sauberere Prozesse. Die Schlacke bleibt ein Rohstoff. Sie kann monatelang gelagert werden, bevor sie durch ein 0,2-Millimeter-Sieb geht. Feiner geht kaum. Was hängen bleibt, gelangt zurück in den Kreislauf. Was durchfällt, wird nochmals geprüft. Der Anspruch ist hoch: Möglichst alle Metalle sollen zurückgewonnen und ein Teil der mineralischen Reststoffe aus der Schlacke abgesondert werden, um sie beispielsweise als Baumaterial weiterzuverwenden. 65 % der gewonnenen Metalle gehen direkt in Schmelzen und Metallaufbereitungsunternehmen. Das ist zwar effizient, aber noch nicht genug, meint Geschäftsführer Daniel Böni. Und dann ist da noch die Energie: Die Kezo läuft rund um die Uhr. Das Ziel ist ein sauberer Betrieb mit minimalem Energieverbrauch. Gleichzeitig geht es jedoch auch um CO₂. Beim Verbrennen entstehen derzeit noch rund 800 Kilogramm pro Tonne Schlacke. Die Lösung? Abscheiden, nutzen, neu denken. Das Ziel ist die Carbon Capture Technology (CCS), doch das Endlagern von CO₂ ist für die KEZO noch Zukunftsmusik. Hier ist Recycling nicht nur ein Nebenprodukt, sondern die Hauptsache. Und trotzdem gibt es ein Problem: Viele Materialien, insbesondere Kunststoffe, sind nicht produktgerecht gestaltet. Es fehlt ein Markt für die zurückkommenden Materialien. Schlackenprodukte? Schwer verkäuflich. Granulat? Kaum gefragt. Während Glas und Papier längst wiederverwertet werden, bleibt anderes liegen.